Das ist wohl die ewige Frage. Wollen Sie meine Antwort wissen? Ich denke schon, also JA! Allerdings scheinen die wenigsten darüber zu sprechen. Auch nicht mit ihren "besten" Freundinnen. Warum ist das so? ES IST IHNEN PEINLICH! Vollkommen ohne Grund. Es ist normal für eine Frau zu spritzen, sie ejakuliert. Ist doch nicht so schwer zu begreifen, aber unendlich schwer, darüber zu sprechen.

Die Sexualität der Frauen ist in Deutschland noch mit einem Tabu belegt. Sogar sogenannte BESTE FREUNDINNEN erzählen sich wohl kaum, wie sie im Bett abgehen. Vollkommen zu unrecht. Leider ist das aber so.

Vielleicht hilft Ihnen diese Seite, ihre Scheu abzulegen.

Das BESTE STÜCK der Frau sollten Sie natürlich auch vor dem altersbedingten Verfall schützen. Hierbei hilft zuverlässig Klinovital, in besonderer Aufarbeitung BUDDELITH genannt.

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Es ist wie es ist. Viele Frauen denken, sie bepinkeln sich. Das ist aber weiß Gott nicht der Fall. Wie auch immer, fragen Sie einfach. Nichts darf Ihnen dabei peinlich sein.

 

 

Lubrikation

 
 
 
Rasierte nicht-erregte und erregte Vulva mit deutlicher Lubrikation

Als vaginale Lubrikation (lat. lubricare „schlüpfrig machen“) wird der Austritt von schleimiger Gleitflüssigkeit, des Vaginalsekrets, aus den Bartholinischen und den Skeneschen Drüsen der Frau bezeichnet. Die Entsprechung beim Mann ist das bei sexueller Erregung vorne am Penis austretende Präejakulat. Die Lubrikation entsteht durch sexuelle Erregung. Durch sie werden die Vulva und die Klitoris befeuchtet und sie erleichtert das Eindringen des Penis beim Geschlechtsakt. Ferner kann der variierende Gehalt des Vaginalsekrets an Pheromonendirekten Einfluss auf die sexuelle Attraktivität nehmen. Bei einer zu geringen Produktion dieser Scheidenflüssigkeit spricht man von einem Lubrikationsmangel.

 

 

Inhaltsverzeichnis

Zusammensetzung

Die Flüssigkeit besteht aus etwa 50 verschiedenen bislang nachgewiesenen Substanzen, dabei hauptsächlich aus WasserCholesterinSqualen, diversen Fettsäuren wie StearinsäurePalmitinsäureGlycerinHarnstoffEssigsäure und Milchsäure, komplexen AlkoholenKetonen und Aldehyden.[1] Sie ist normalerweise klar und erinnert mehr an männliches Präejakulat als an Ejakulat. Das Sekret kann – abhängig vom Grad der sexuellen Erregung, dem Zeitpunkt im Monatszyklus und der Ernährung – in Konsistenz, FarbeGeruch und Geschmack variieren.

Weibliche Primaten und Frauen produzieren Kopuline. Kopuline sind Pheromone der Primaten, also Duftstoffe, die über den Geruchssinn auf Männchen wirken. Biochemisch sind es Gemische flüchtiger, kurzkettiger Fettsäuren, die im weiblichen Vaginalsekret zyklusabhängig auftreten.[2] Kopuline wurden zuerst von Richard Michael und Kollegen[3][4] Ende der 1960er beziehungsweise Anfang der 1970er Jahre bei Rhesusaffen beschrieben, für die der Geruchssinn bei der Paarung sehr wichtig ist.[5] Kopuline der Rhesusaffen sind Gemische aus C2-C6kettigen Fettsäuremolekülen wie beispielsweise Essigsäure- , Propionsäure- , Isobuttersäure- , Buttersäure- , Isovaleriansäure- und auch Isocapronsäure-Derivate. Menschliche Vaginalsekrete sind denen von anderen Primaten sehr ähnlich und enthalten die gleichen flüchtigen Fettsäuren, aber in abweichenden Zusammensetzungen. Der Anteil der einzelnen Fettsäuren im Vaginalsekret variiert im Laufe eines Sexualzyklus bzw. Menstruationszyklus.

 
Lubrikation beim Pferd während des Östrus, auch Rosse
 
Östrogen- (blaue Kurve) und Progesteronkonzentrationen (schwarze Kurve) während des Menstruationszyklus

Darüber hinaus ist die Produktionsrate interindividuell sehr unterschiedlich. So produzieren einige Frauen nur geringe Menge dieser Kopuline, auch scheinen die hormonellen Kontrazeptiva einen mindernden Einfluss auf die Sekretion an Kopulinen zu haben. Die höchste Konzentration wird kurz nach der Ovulation erreicht.[4]

Bei Männern wurden physiologische Veränderungen und Verhaltensunterschiede nach Kopulinexposition beobachtet. Berichtet wurden ein Anstieg der Testosteron- und Cortisolkonzentration im Speichel. Sie schätzen die sexuelle Attraktivität von sich selbst, und von Frauengesichtern höher ein als die Kontrollgruppe. Und ihr Wille zur Kooperation mit anderen Männern nimmt ab.[6][7][8]

Physiologie des Vaginalsekrets

Wenn eine Frau sexuelle Erregung verspürt, beginnen die Wände der Vagina anzuschwellen und eine klare Flüssigkeit (modifiziertes Plasma-Transsudat) über hunderte kleiner Gänge im Vaginalgewebe abzusondern. Diese Flüssigkeit ist zuerst innerhalb der Vagina zu finden, bei weiterer Erregung beginnt sie durch die Öffnung zwischen die kleinen Schamlippen zu fließen. An den kleinen Schamlippen bzw. auf der Ebene des Scheidenvorhofs sitzen zusätzlich die Bartholinschen Drüsen als weitere akzessorische Geschlechtsdrüsen, welche auch Sekrete produzieren, die zusätzlich befeuchten.

 
Vulva mit Scheideneingang einer erwachsenen Frau mit Lubrikation. (Eine Vernarbung am Damm zeigt, dass schon Kinder geboren wurden.)

Die Ausschüttung dieser Flüssigkeiten macht sexuelle Vorspiele, die die Vulva und Vagina miteinbeziehen, angenehm. Wenn genügend Flüssigkeit gebildet wird, so dass sie sich auch über die Klitoris verteilen kann, verstärkt sich die sexuelle Erregung und es kommt dadurch zu einer positiven Rückkopplung, durch die sich wiederum die Absonderung aus den Drüsen erhöht. Im Stadium höchster Erregung sondern manche Frauen üppige Mengen an Sekret ab, andere nur geringe Mengen. Das Aufbringen eines künstlichen Gleitmittels auf die Klitoris kann dieselbe positive Rückkopplung auslösen und damit die natürliche Lubrikation verstärken. Falls die Lubrikation im Scheideneingang auch dann noch zu gering ist, kann das Gleitmittel hier aufgetragen eine schmerzfreie vaginale Penetration ermöglichen.

Wie neuere Forschungsergebnisse bestätigten, kann eine Absonderung von Vaginalsekret auch ohne sexuelle Erregung im eigentlichen Sinne in Bezug auf einen potentiellen Sexualpartner auftreten.[9][10][11]

Der Hauptanteil entfällt dabei auf die akzessorischen Geschlechtsdrüsen der Frau, vor allem den Bartholin-Drüsen. Die Scheidenhaut sondert außerdem eine klare Flüssigkeit ab. Diese Flüssigkeit wird aus dem die Scheide umgebenden Gefäßgeflecht herausgepresst (Transsudation). Je größer die Erregung ist, desto besser ist dieses Geflecht durchblutet und desto mehr Flüssigkeit kann die Scheide befeuchten.

Eine zu geringe Lubrikation der Scheide kann dazu führen, dass das Eindringen des Penis beim Vaginalverkehr als unangenehm oder sogar schmerzhaft empfunden wird. Im Allgemeinen lässt die Lubrikation mit zunehmendem Alter nach. Während des Klimakteriums (der „Wechseljahre“) und danach lässt sich bei vielen Frauen eine deutliche Abnahme der Lubrikation feststellen.

 

Weibliche Ejakulation

Als weibliche Ejakulation wird bei der Frau das stoßweise Freisetzen eines Sekrets auf dem Höhepunkt der sexuellen Erregung bezeichnet, das mit einem intensiven Lusterlebnis verbunden ist. Das Ejakulat wird beim Orgasmus durch mehrere sehr kleine Ausgänge in den Endabschnitten der Harnröhre sowie rechts und links derselben abgesondert. Diese sexuelle Reaktion der Frau unterlag lange Zeit einer medizinischen und gesellschaftlichen Tabuisierung. Weiterer Forschungsbedarf besteht unter anderem zur genauen Zusammensetzung des Ejakulats, des genauen anatomischen und physiologischen Entstehungsorts sowie der Vorgänge, die zum Auslösen der Ejakulation führen.

Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen handelt es sich bei weiblicher Ejakulation und Squirting im Grunde um zwei verschiedene Vorgänge, die allerdings gleichzeitig während eines Orgasmus auftreten können. Squirting allein bezeichnet ein stoßweises Ausspritzen der in der Blase befindlichen Flüssigkeit, die Eigenschaften verdünnten Urins aufweist. Dieser Prozess ereignet sich während des Orgasmus.

 

 

Entdeckungsgeschichte

Aristoteles berichtete um 300 v. Chr. von einer flüssigen Absonderung beim weiblichen Orgasmus, die jedoch keinen Samen enthalte. Galen beschrieb im 2. Jahrhundert eine weibliche Prostata, aus der von Frauen Samen ejakuliert werden könne.[7][8]

In der Renaissance bezieht sich der Anatom Realdo Colombo in seiner Arbeit über die Funktion der Klitoris auf die weibliche Ejakulation.

Eine detaillierte Beschreibung als „schwallartiger Erguss“ während der Erregung verfasste 1672 der niederländische Arzt Regnier de Graaf in seinem Werk über die weiblichen Geschlechtsorgane. Er wies auch auf eine besonders sensible Zone in der vorderen Scheidenwand hin, die er mit der Prostata des Mannes verglich.[9][10]

1950 beschrieb der deutsche Gynäkologe Ernst Gräfenberg diese Zone und ihre Bedeutung,[11] die später als Gräfenberg-Zone (G-Punkt) bezeichnet wurde. Der Gynäkologe Chua Chee Ann aus Malaysiafand 1997 in der Scheidenvorderwand auch einen noch reizempfindlicheren A-Punkt.[12]

In der Literatur ab dem 17. Jahrhundert war die als „Freudenfluss“ benannte Flüssigkeit, die bei der weiblichen Ejakulation freigesetzt wird, wohl bekannt, wurde aber von der Wissenschaft bis in die Neuzeit weitgehend ignoriert. Ausnahmen waren der bereits genannte Ernst Gräfenberg und der Grazer Psychiater Richard von Krafft-Ebing, der 1888 anmerkte, dass „auch beim Weibe ein den Moment höchster Wollust markierender Ejaculationsvorgang oder Ejaculationsgefühl besteht.“[13]

Weibliche Ejakulation ist auch das Ziel der Sexualpraktik Kunyaza, die seit jeher in Ruanda traditionell angewendet wird.

 
Weibliches Genital (Vulva)

Ab den 1970er Jahren wurde das Thema im Zuge der Frauenbewegung erneut aufgegriffen. Im Kontext der Frauenselbsthilfebewegung wird auf die weibliche Ejakulation unter dem Oberbegriff Lubrikationsproblematik insbesondere in dem Aufklärungsbuch zu lesbischer Sexualität Sapphisterie von Pat Califia (1981) eingegangen. Schwerpunkt bildet hier die Vermittlung der weiblichen Ejakulation als natürlichem Teil des weiblichen sexuellen Erlebnisspektrums. 1987 wurde die weibliche Ejakulation in dem Handbuch A New View of a Woman’s Body, herausgegeben von Carol Dawner (USA), Initiatorin der Vaginalen Selbstuntersuchung, unter der Bezeichnung „Freudenfluss“ beschrieben. Dieses Buch beruht auf Forschungen der Gruppe um Dawner zu lesbischer Sexualität. Hierbei gewonnene Erkenntnisse zur weiblichen Ejakulation wurden der Sexualforscherin Beverly Whipple (Emerita an der Rutgers University) und dem Sexualforscher John D. Perry, Autoren des Buches G-Point, übermittelt. Dies trug unter anderem dazu bei, dass Ende der 1970er Jahre das Thema „weibliche Ejakulation“ in den USA wieder verstärkt in die gesellschaftliche Diskussion eintrat.

Gleichzeitig mit der Anerkennung der Existenz des G-Punktes durch die Arbeiten von Ladas, Whipple und Perry wurde die weibliche Ejakulation Gegenstand medizinischen Interesses.[14] Im Jahre 1981 präsentierten F. Addiego und Kollegen eine Studie zum Nachweis dieses Phänomens.[15] Darling, Davidson und Conway-Welch schrieben 1990, dass 40 % der befragten Frauen von einem Flüssigkeitsausstoß berichtet hätten.

Trotz einiger Studien von Beverly Whipple, John Perry, Gary Schuback, Milan Zaviačič und Cabello Santamaria ist jedoch nach wie vor weitgehend unklar, woher die ejakulierte Flüssigkeit stammt und wie der Vorgang genau abläuft. Chemische Analysen des Ejakulats ergaben, dass es sich um Urin, Sekrete der Paraurethraldrüse („Skene-Drüse“) oder eine Mischung aus beidem handelt.

 
Paraurethraldrüse („Skene-Drüse“) mit dem im periurethralem Bindegewebe liegenden G-Punkt, Skizze in Sagittalebene

Chemische Analysen des weiblichen Sekrets enthüllen eine Ähnlichkeit mit der Flüssigkeit der Vorsteherdrüse. Als ein charakteristisches Merkmal, das Urin vom Sekret unterscheidet, gilt die Konzentration der sauren Prostata-Phosphatase (PAP). Fast alle US-amerikanischen Studien fanden heraus, dass die PAP-Konzentration im weiblichen Ejakulat die des Urins um ein Vielfaches übersteigt. Auch andere Indikatoren wie der Calciumgehalt sprechen gegen die Urin-Hypothese. Die Berichte der betreffenden Frauen bestätigen dies ebenfalls.[18] Die Flüssigkeit hat ein klares Aussehen, der Geruch ist mehr oder weniger stark, der Geschmack ist scharf.[19] Nach anderer Quelle sieht die Flüssigkeit, die in der Menge etwa eines Teelöffels ausgestoßen wird, wie abgestandene Magermilch aus ("watered-down fat-free milk") und schmeckt süß ("tasting sweet").

Häufigkeit

Es lässt sich nicht genau feststellen, wie viele Frauen beim Orgasmus ejakulieren. In den 1960er Jahren gingen Masters und Johnson von einem Prozentsatz von 4,7 % aus.[21] Neuere Studien vermuten hingegen einen deutlich höheren Prozentsatz von bis zu 54 %.[22]

Physiologie

Die weibliche Ejakulation wird als homologe Reaktion zur männlichen Ejakulation aufgefasst.[23] Untersuchungen legen nahe, dass es sich bei der ausgestoßenen Flüssigkeit um eine gemischte Sekretion handelt. Als mögliche Quellen des Ejakulats gelten paraurethrale Drüsen, Bartholin-DrüsenCervix-, Gebärmutter- und Eileiterflüssigkeit sowie Transsudatflüssigkeit aus der Urethra. Unklar ist immer, ob ein Anteil des Ejakulats aus der Harnblase stammt (Urin), da sich in der Blase der Frau nicht zu jeder Zeit auch Urin befinden muss.

 

Schamlippen

 
 
Äußere, Labia majora pudendi und innere Schamlippen, Labia minora pudendi einer enthaarten Frau

Die Schamlippen (lat. Labium pudendi, von singular labium „Lippe“ und pudere „sich schämen“) sind ein doppelt paarig auftretender Teil der äußeren weiblichen Geschlechtsorgane, die in ihrer Gesamtheit als Vulva bezeichnet werden.

Als alternative Bezeichnung ist auch der Begriff „Venuslippen“ (nach der römischen Liebesgöttin Venus) in einigen Abhandlungen und allgemeinen Medien anzutreffen. Er wird in manchen Zusammenhängen gegenüber der Bezeichnung „Schamlippen“ bevorzugt.[1][2][3] Außerdem sind, wie für alle anderen äußeren Geschlechtsorgane, zahlreiche unterschiedliche umgangssprachliche Bezeichnungen geläufig.

Beim Menschen und den anderen Primaten unterscheidet man die großen Schamlippen, Labia majora pudendi von den kleinen Schamlippen, Labia minora pudendi. Bei den anderen Säugetieren gibt es nur ein Paar Schamlippen (Labia pudendi oder Labia vulvae), die den kleinen Schamlippen entsprechen.

 

Allgemeine Merkmale

Die Größe und die Gestalt der großen und kleinen Schamlippen können von Frau zu Frau deutlich variieren. Die Definition einer Normalausprägung beziehungsweise etwaige Merkmale einer pathologischen Abweichung sind von daher aus biologischer Sicht problematisch.[4] Jedoch sind Form und Ausprägung der Schamlippen starken gesellschaftlich-kulturellen Norm- und Schönheitsvorstellungen unterworfen[5][6], wodurch auch ästhetisch motivierte Veränderungen der Schamlippen motiviert sind.[7][8] (siehe auch: Schamlippe:Operative und kosmetische Veränderungen)

Die kleinen Schamlippen reagieren empfindlich auf Berührungen, bei sexueller Erregung füllen sie sich mit Blut, färben sich dunkler und schwellen an. Bei manchen Frauen wird dadurch der Scheideneingang freigelegt oder die Schamspalte etwas geöffnet.

Die Haut der Schamlippen wird wie am übrigen Körper von Hautanhangsgebilden begleitet. Zusätzlich finden sich im Bereich der Schamlippen die Fordyce-Drüsen, das sind freie Talgdrüsen im Genitalbereich, ferner finden sich noch freie Talgdrüsen im Bereich Klitorisvorhaut als Tyson-Drüsen. Natürlicherweise, also ohne den Eingriff des menschlichen Individuums (siehe Body-Modification), bildet sich mit dem Beginn der Pubertät als Teil der Körperbehaarung und somit als sekundäres Geschlechtsmerkmal die Schambehaarung heraus.

Beim weiblichen Neugeborenen gilt das Bedecktsein der kleinen durch die großen Schamlippen als ein entwicklungsspezifisches sogenanntes Reifezeichen.

Die großen (äußeren) Schamlippen

 
Äußere Schamlippen

Die großen Schamlippen (lat. Labia majora pudendi) verlaufen vom Venushügel (Mons Pubis) bis zum Damm. Sie verdecken KlitorisHarnröhrenöffnung und Scheideneingang und schützen diese somit. Die großen Schamlippen enthalten Fettgewebspolster und sind von pigmentierter Felderhaut bedeckt. Bei der erwachsenen Frau sind sie im natürlichen Zustand zum Teil mit Schamhaaren bewachsen. Beide großen Schamlippen bilden die Schamspalte (Rima pudendi), ihre obere Vereinigungsstelle wird als Commissura labiorum anterior, die hintere als Commissura labiorum posterior bezeichnet.[9]

Bei den Nicht-Primaten, bei denen die großen Schamlippen fehlen, werden der obere und untere Schamwinkel (Commissura labiorum dorsalis und ventralis) und die Schamspalte von den Labia pudendi (Syn. Labia vulvae) gebildet, die den kleinen Schamlippen des Menschen entsprechen.[10]

Unterhalb der Haut[11], genauer im Unterhautfettgewebe wurde von Waldeyer ein Corpus adiposum labii majories beschrieben, ein gewissermaßen zusammenhängender, bindegewebig strukturierter Fettgewebskörper, der die Größe und die Form der Labia majora bestimmt.[12] In Richtung zum Unterhautfettgewebe, also zur Haut hin, wird der Fettgewebskörper durch eine elastisch-bindegewebige Hülle umgeben, welche aber siebartige Lückenbildungen aufweist. Diese wurde von Kehrer und Jaschke(1929) als Fascia superficialis cribriformis bezeichnet. Durch deren Lücken steht der labiale Fettgwebskörper in gewisser Beziehung zum subkutanen Fettgewebe der vorderen Bauchwand.[13]

Die kleinen (inneren) Schamlippen

 
Vulva einer aufrecht stehenden Frau: die inneren Schamlippen werden durch Auseinanderziehen der äußeren exponiert (Bild unten)

Die kleinen Schamlippen (Labia minora pudendi), auch als nymphae bezeichnet, begrenzen seitlich den Scheidenvorhof und treffen an der Klitoris (Kitzler) zusammen. Sie sind dünne, fettfreie, an der Außenseite stark pigmentierte Hautfalten aus mehrschichtigem Plattenepithel. Die Innenseiten sind wenig pigmentiert, unverhornt und enthalten Talgdrüsen. Die kleinen Schamlippen laufen vorne in je zwei Falten auseinander, wobei die vordere Falte sich mit der Gegenseite zur Klitorisvorhaut(Praeputium clitoridis) vereinigt. Die jeweils hintere Falte endet als Kitzlerzügel (Frenulum clitoridis) direkt an der Klitoris.

Bei den meisten Säugetieren ist die Vorhaut des Kitzlers mit dessen Eichel (Glans clitoridis) verwachsen, bei Pferden und Hunden umgibt das Praeputium clitoridis ein Grübchen (Fossa clitoridis), in dem die Eichel des Kitzlers freiliegt.[10]

 

 

Hormoneinflüsse

Es spielen sowohl heriditäre Einflüsse, die sich direkt auf die Morphologie auswirken können, eine Rolle als auch die hormonelle Balance beeinflussende Faktoren. Ferner ist der Zeitpunkt in der Lebensphase beziehungsweise im Reproduktionszyklus zu berücksichtigen. Im Allgemeinen aber fördern Östrogene über ihre Wirkung auf die in den Geweben vorhandenen Steroidrezeptoren die Entwicklung und das Wachstum der kleinen SchamlippenLabia minora pudendi, ferner eine Erhöhung der Vaskularisierung und allgemein der Tumeszenz der Vulva mit einer Proliferation des sie bedeckenden Epithels. Darüber hinaus stimulieren die Östrogene die akzessorischen Geschlechtsdrüsen, so etwa die Bartholinsche DrüseGlandula vestibularis major, aber hemmen die Talgdrüsen.[14] Im Gegensatz dazu stehen die großen Labien, die Klitoris und der Mons pubis mehr unter dem zusätzlichen Einfluss von Androgenen. So fördern die Östrogene die Verhornung der Keratinozyten in der Vulvaepidermis, Androgene und Progesteron hingegen hemmen sie.

Ausprägung der Labia minora

Die inneren kleinen Schamlippen sind bei einigen Frauen in stehender Körperhaltung vollständig durch die äußeren Schamlippen verdeckt, ragen jedoch oft auch sichtbar über diese hinaus. Bezüglich Größe und Ausprägung findet sich eine gewisse Varianz. In einer Untersuchung des Sexualforschers Robert L. Dickinson an 2981 Frauen fanden sich Längen bis zu sechs Zentimetern, wobei sich der Großteil der Frauen (87,7 %) im Bereich unter zwei Zentimetern befand. Die Ergebnisse finden sich in folgender Tabelle:[15]

Länge Anzahl der Frauen Anteil in Prozent
0–2 cm 2613 87,7
2 cm 146 4,9
3 cm 170 5,7
4–5 cm 32 1,1
5–6 cm 20 0,7

In einer kleineren empirischen Erhebung an 50 Frauen im Alter von 18 bis 50 Jahren bewegte sich die Länge der inneren Schamlippen im Bereich zwischen 0,7 und 5 cm.[16] Gemessen wurde an der breitesten Stelle der Lippe senkrecht zur Längsachse der Vulva.[17]

Die Pigmentierung der inneren Schamlippen ist in der Regel dunkler als die der umgebenden Haut. Oben genannte Studie fand bei 41 von 50 Frauen eine dunklere Pigmentierung der inneren Schamlippen in Relation zur übrigen Haut.[16]

Die individuellen Ausformungen der menschlichen Vulvae unterliegen wie bei jedem anderen Körperorgan einer genetischen Variabilität:[18][19]

 

Hypertrophie

Als Hypertrophie der Labia minora wird eine stärkere Ausprägung der inneren Schamlippen bezeichnet. Diese kann entweder durch genetische Veranlagung bedingt sein oder durch Alterungsprozesse entstehen. Dabei gibt es keine absoluten Maße, ab welcher Ausprägung eine Hypertrophie gegeben ist. Eine objektiv medizinische Größenfeststellung, ab wann eine sogenannte „Labienhypertrophie“ vorliegen soll, ist deshalb nicht möglich. Vielmehr zählt hier die mögliche subjektive Beeinträchtigung der Patientin als Maßstab dafür, ob ein „Krankheitswert“ vorliegt.[20] Zu bedenken ist auch, dass der (funktionelle) Verschluss durch ein Aneinanderliegen der beiden Labium minus biologisch sinnvoll sein kann, da hierdurch eine mögliche Infestation oder gar Infektion behindert wird.

 

 

Diagnosekriterien

Ab welchem Ausprägungsgrad von einer Hypertrophie zu sprechen ist, wird verschieden definiert. Von einigen Autoren wird eine Länge von vier Zentimeter als Kriterium angesetzt. Andere orientieren sich an der Größe in Relation zu den äußeren Schamlippen: so wird ein Hervorstehen vor die äußeren Schamlippen als Kriterium genannt, einige Autoren sprechen schon von einer „starken Hypertrophie“ ab einer Länge von drei Zentimetern. Plastische Chirurgen teilen vereinfacht ein in eine „Class I“ unter zwei Zentimeter, „Class II“ zwei bis vier Zentimeter und „Class III“ größer vier Zentimeter.[21] Bei Vorliegen einer „Hypertrophie“ kann eine Operation medizinisch in Betracht gezogen werden. Eine Notwendigkeit dafür besteht jedoch nur bei persönlichem Unbehagen und Einschränkungen der betroffenen Frau; ein Krankheitswert besteht andernfalls nicht und ist als Normvariante aufzufassen.[22][23]

Hypertrophie im historischen Medizindiskurs

Hypertrophie der inneren Schamlippen bei einer Frau der Khoisan, in gespreiztem Zustand (links) und aufrecht stehend (rechts)   Hypertrophie der inneren Schamlippen bei einer Frau der Khoisan, in gespreiztem Zustand (links) und aufrecht stehend (rechts)
Hypertrophie der inneren Schamlippen bei einer Frau der Khoisan, in gespreiztem Zustand (links) und aufrecht stehend (rechts)

Über die Frauen der Khoi Khoi – früher „Hottentotten“ genannt – wurde von Ethnologen des 19. Jahrhunderts berichtet, dass sie über ungewöhnlich vergrößerte innere Schamlippen verfügten, die deutlich sichtbar über die äußeren Schamlippen hinausragten. Im Zusammenhang mit den Berichten wurde in der ethnologischen Literatur der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts der Begriff „Hottentottenschürze“ zur Bezeichnung auffallend großer weiblicher Genitalien geprägt. Die Objektivität der Quellen ist fraglich, da viele Studien dieser Zeit von rassistischen Vorurteilen geprägt sind und Übertreibungen und verzerrte Berichte tatsächlich vorhandener Befunde nicht auszuschließen sind. Auch war es im 19. Jahrhundert durchaus üblich, als „Stubenethnologe“ zu arbeiten, also ohne eigene Feldforschung aus zweiter oder dritter Hand Völker und ihre Eigentümlichkeiten zu beschreiben.[24]

Bei Afrikanerinnen wurden hypertrophe innere Schamlippen von einigen damaligen Medizinern und Anthropologen als Rassenmerkmal interpretiert. Diskutiert wurde, ob die „eigenartigen Bildungen“ angeboren seien, während der Entwicklungsjahre auf natürliche Weise entstehen oder durch „künstliche Manipulationen“ – Masturbation oder künstliches Dehnen – erworben werden.[25] Unabhängig davon, ob die Größe der Schamlippen als Masturbationsfolge oder als natürliche Variation gedeutet wurde, war sie mit einer rassistischen Abwertung verbunden: Die „Hottentottenschürzen“ wurden als Ausdruck einer größeren „Lüsternheit“ und „Schändlichkeit“ wie auch als Beleg für eine engere Verbindung zwischen Afrikanern und Affengewertet.[26]

Andere Mediziner verstanden die „Hottentottenschürze“ als eine allgemein verbreitete Varietät, die sich bei Frauen weltweit finden ließ. Wurde bei europäischen Mädchen und Frauen eine Vergrößerung der Klitoris oder der Schamlippen beobachtet, wurde auch dies „Hottentottenschürze“ genannt. „Hottentotten“ waren von europäischen Ethnologen auf der untersten Ebene der Rassen angesiedelt, und verlängerte Schamlippen galten im Europa der damaligen Zeit als Hinweis auf die vermeintlich krankheitsverursachende Masturbation der Betroffenen. So trug die Bezeichnung als „Hottentottenschürze“ mit dazu bei, dass eine mögliche Normvariante der Labiengröße in eine behandlungsbedürftige Erkrankung umgedeutet wurde.[27][28][24] Den Wissenschaftlerinnen Camille Nurka und Bethany Jones der Australian National University zufolge prägt dieser Diskurs im Sinne einer kollektiven, unbewussten Wertung nach wie vor die in der westlichen Welt verbreitete Einstellung zu sichtbar ausgeprägten Schamlippen.[26]

Zu bedenken ist aber auch, dass es sich in manchen Fällen der von den Beobachtern beschriebenen „Hottentottenschürze“ um Formen einer Elephantiasis, genauer einer Elephantiasis der Vulva, gehandelt haben könnte.[29][30][31][32]

Schönheitsideals und Einstellungen beider Geschlechter

 
Schamlippen in Frontal- und Detailansicht bei unterschiedlichen Frauen: Ausprägung und Gestalt der großen und kleinen Schamlippen können von Frau zu Frau deutlich variieren (genetische Variabilität)

Im Jahr 2018 wurde von Erich Kasten, Psychologe und Professor für Neurowissenschaften an der Medical School Hamburg, in einer wissenschaftlichen Untersuchung der Frage nachgegangen, welche Einstellungen und ästhetischen Präferenzen bezüglich der Vulva existieren und ob sich diese zwischen Frauen und Männern unterscheiden.[33] Studienteilnehmer sollten ihre subjektiven Einschätzungen und Wertungen angeben. Darüber hinaus wurden die Reaktionen auf fotografische Abbildungen der weiblichen Genitalien in verschiedenen Ausprägungen erfasst. Hintergrund der Studie war die verbreitete Unzufriedenheit und Unsicherheit von Frauen bezüglich des Aussehens ihrer Vulva und, daraus resultierend, die stark zunehmende Nachfrage nach kosmetischen Operationen im Genitalbereich, insbesondere der Schamlippenverkleinerung.[33]

Klare Geschlechtsunterschiede zeigten sich bezüglich der Größenausprägung der inneren Schamlippen. Frauen zeigten eine starke Präferenz für gering ausgeprägte innere Schamlippen, die nicht über die äußeren Schamlippen herausragen. Demgegenüber waren die Präferenzen von Männern weniger klar gefasst: Männer bewerteten große wie auch kleine innere Schamlippen als ähnlich „erotisch“ und „ästhetisch“.[33]

Große Labia minora wurden in den hiervorgelegten Daten von Männern deutlich besser bewertet als von Frauen. Auffällig ist der hohe negative Mittelwert bei den befragten Frauen im Gegensatz zu dem positiven Mittelwert der Männer. Dies bedeutet, dass Vulven mit großen inneren Schamlippen von den Teilnehmerinnen deutlich negativer bewertet wurden als von Männern […] Diese Ergebnisse zeigen, dass Männer weniger streng bewerten als Frauen.[33]

Die Haltung bezüglich der äußeren Schamlippen sowie Klitoris und Klitorisvorhaut zeigten denselben Geschlechtereffekt, wenn auch weniger deutlich. Es zeigte sich kein Zusammenhang zwischen den Einschätzungen mit der sexuellen Vorerfahrung bei Männern oder mit Persönlichkeitseigenschaften (der Aufgeschlossenheits-Dimension des Fünf-Faktoren-Modells) bei Männern oder Frauen.[33]

Kosmetische und chirurgische Veränderungen

 
Piercing der inneren Schamlippen

Die Entfernung der Schambehaarung ist in vielen Kulturkreisen verbreitet und gehört seit einigen Jahren, insbesondere unter jüngeren Frauen, auch im westlichen Kulturkreis zur Normalität. Auch Piercings im Bereich der Schamlippen verzeichnen eine wachsende Popularität.

Die gesellschaftlichen Schönheitsvorstellungen bezüglich der Ausgeprägtheit der Schamlippen, insbesondere der kleinen Schamlippen, können zwischen den Kulturkreisen stark variieren. In zahlreichen Kulturen kommt es daher zu operativ-chirurgischen Eingriffen, die Form und Größe der Schamlippen permanent verändern.

Schamlippenvergrößerung

In einigen afrikanischen Ländern wird bis in die Gegenwart eine Dehnung der inneren Schamlippen praktiziert. Dabei wird von Beginn der Pubertät an kontinuierlich durch Dehnen und Ziehen der inneren Schamlippen ihre Vergrößerung erreicht. Zusätzlich werden mitunter Pflanzenextrakte, beispielsweise von der Koloquinte oder der Bidens pilosa, verwendet. Ziel ist auch hierbei, einem Schönheitsideal zu entsprechen. Die Vergrößerung der Schamlippen ist in der Regel auf bestimmte Ethnien einer Region beschränkt.[34]Männer aus dem Volk der Baganda in Uganda brachten in einer Befragung die Ansicht zum Ausdruck, dass das sexuelle Erleben beider Partner infolge ihres angewandten Brauchs der Vergrößerung der inneren Schamlippen verbessert werde.[35]

Im Rahmen der kosmetischen Chirurgie kann eine Aufpolsterung, das heißt eine Vergrößerung des Volumens, der äußeren Schamlippen durchgeführt werden. Dieser Eingriff geschieht aus rein ästhetischen Gründen, um einer altersbedingten Erschlaffung des Gewebes entgegenzuwirken.[36]

Schamlippenverkleinerung

→ HauptartikelSchamlippenverkleinerung
 
Labioplastik: Reduktion der inneren Schamlippen
 
 
 

Die Schamlippenverkleinerung stellt eine Form der Labioplastik dar, wobei die Schamlippen (meistens die inneren, seltener auch die äußeren Schamlippen) chirurgisch verkleinert werden. Die gelegentlich als übergroß empfundenen inneren Schamlippen führen dazu, dass einige Frauen diesen operativen Eingriff durchführen lassen. Die Operation wird in seltenen Fällen aus medizinischer Notwendigkeit – Probleme beim Fahrradfahren oder Reiten, Scheuern der Kleidung oder Leidensdruck im Sexualleben[37][38]– meistens jedoch aus ästhetischen Gründen praktiziert.

Weibliche Genitalverstümmelung

Hauptverbreitungsgebiet der Beschneidung weiblicher Genitalien ist Afrika, die Praxis ist jedoch auch für einige Länder Asiens dokumentiert und seit den 1970er Jahren innerhalb von Migrantenpopulationen in Australien, Nordamerika und Europa. Dabei werden die äußeren Genitalien in unterschiedlichen Graden beschnitten; auch die Schamlippen können teilweise oder vollständig entfernt werden. In seltenen Fällen findet darauf folgend ein Verschluss der Schamspalte statt, um eine Penetration der Vagina zu verhindern. Eine medizinische Indikation gibt es nicht. Tradition wird als wichtigster Grund für diese Praxis angenommen, in islamischen Regionen werden auch religiöse Gründe angeführt, sie hat jedoch ihre Wurzeln in vorislamischer Zeit. Häufig treten Probleme infolge des Eingriffs auf, die durch das hohe Infektionsrisiko unter oftmals unhygienischen Operationsbedingungen verursacht werden. Unter Umständen kann der Eingriff durch Infektionen zum Tod führen.

Schamlippen im gesellschaftlichen Diskurs

Kritik an der Bezeichnung „Schamlippe“

Die hochdeutsche Bezeichnung Schamlippen wurde ursprünglich abgeleitet von dem altdeutschen scama beziehungsweise dem angelsächsischen scamu, „das zu Bedeckende“. Zu Herkunft und Bedeutung findet sich im Duden:

Scham bedeutet ursprünglich Beschämung oder Schande […] später wurde es auch verhüllend für Geschlechtsteile gebraucht.

Die Vorsilbe „Scham“ als Bezeichnung der weiblichen Geschlechtsteile wird daher teilweise kritisiert.[1] Volkmar Sigusch folgert in seinem 2005 veröffentlichten Essay „Lippen der Scham“:[2]

Obgleich alle Ausdrücke, die die sexuelle Sphäre durchgeistern, problematisch sind, ist es doch nicht gleichgültig, welches Wort wir benutzen. Denn sie lassen darauf schließen, wie etwas empfunden, gesehen und ideologisch-theoretisch eingeordnet wird. Hinter jedem Ausdruck steht eine Geschichte oder eine Intention, die oft so sehr in Fleisch und Blut übergegangen ist, dass wir sie nur mit Mühe erkennen können. Ich sage also nicht, es sei egal, welche Ausdrücke wir benutzen, es sei gleichgültig, ob wir von Schamlippen sprechen oder von Labien oder von Venuslippen.[2]

In einer im Jahr 2018 gestarteten Petition durch die Journalistin Gunda Windmüller wird das Ersetzen des Begriffs „Schamlippen“ durch den Begriff „Vulvalippen“ gefordert. Es soll damit erreicht werden, dass im Duden Vulvalippen als offizieller Alternativbegriff ausgegeben wird. Mit dem Sprachwandel soll die begriffliche Verbindung zur Emotion der Scham durchbrochen werden: Schamlippen sollen nichts sein, wofür eine Frau sich schämen muss.[39][40]

Kritik an gesellschaftlichen Idealvorstellungen

 
„Love your Labia! (Liebe deine Schamlippen!)“ – Plakat auf dem Londoner Muff March (2011)

Mit der wachsenden Nachfrage für kosmetisch motivierte, operative Schamlippenverkleinerungen geht das Entstehen eines Schönheitsideals einher. Während in früheren Zeiten diese Körperregion dem öffentlichen Blick entzogen war, werden Schamlippen zunehmend ästhetischen Maßstäben unterworfen.[41][42][43] Gegen diese Entwicklung und die damit einhergehenden Folgen geht die feministische „Schamlippenstolz“-Bewegung vor.

 
Im Rahmen von „Large Labia Project“ und Courageous Cunts zeigen Frauen ihre Schamlippen, um Tabus und verzerrten Schönheitsidealen entgegenzuwirken.[44] (siehe auch Schamlippenverkleinerung und feministische Reaktionen)

Viele der pubertierenden und sich in der Adoleszenzphase[45] befindenden Mädchen und Frauen nehmen das Aussehen ihrer Genitalien als „unnormal“ wahr, obgleich sich diese in der physiologisch-anatomischen Schwankungsbreite befinden.[46][47] Anatomische Normalität und Soziale Norm werden nicht klar getrennt. Auch scheint die zunehmende, (einseitige) Medikalisierung der Sexualität einen Einfluss auf die eigene Körperwahrnehmung der Frauen zu haben. Denn gerade unter Mädchen zu Beginn der Pubertät können Abweichungen von diesen Normerwartungen zu Unsicherheiten und Selbstzweifeln führen.[48] Eine mögliche Prävention besteht in der frühzeitigen Wissensvermittlung über die Beschaffenheit der Genitalien im Rahmen der Sexualpädagogik. Die Professorin für Gesundheitswissenschaften der Universität Hamburg, Ingrid Mühlhauser, äußerte hierzu:

„Es müsse viel stärker ins öffentliche Bewusstsein gelangen, dass es ein Spektrum der Normalität und des Variantenreichtums des menschlichen Körpers gebe, das nicht einer bestimmten Norm entsprechen sollte.“

– Ingrid Mühlhauser[49]

Dazu gehört insbesondere auch die Präsentation von Bildmaterial nicht-operierter und auch nicht-rasierter Genitalien, um ein differenziertes Bild der natürlichen Varianz der Schamlippen zu vermitteln. Einige Medien sind bestrebt diesen Entwicklungen entgegenzuwirken, als Beispiel sei die Jugendzeitschrift Bravo genannt, um ein realistischeres Körperbild bzw. eine Veränderung in der eigenen Körperwahrnehmung zu vermitteln, werden auf fotografischen Abbildungen unretuschierte Genitalien in ihrer natürlichen Vielfalt dargestellt werden.[50][51][52][53][54]

So ist der „Schamlippenstolz“ auch ein Aspekt des sexpositiven Feminismus der der Vorstellung Ausdruck verleiht, dass sexuelle Freiheit ein grundlegender Bestandteil aller weiblicher Bestrebungen nach Freiheit und Gleichberechtigung sein sollte. Daher lehnen sexpositive Feministinnen alle sozialen oder rechtlichen Bestrebungen, einvernehmliche sexuelle Aktivitäten zwischen Erwachsenen einzuschränken, gänzlich ab.

Weblinks

 Commons: Schamlippe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Schamlippen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. ↑ Hochspringen nach:a b Claudia Haarmann: „Unten rum…“ – Die Scham ist nicht vorbei. Innenweltverlag, Köln 2005, ISBN 3-936360-15-4.
  2. ↑ Hochspringen nach:a b c Volkmar Sigusch: Sexuelle Welten – Zwischenrufe eines Sexualforschers. Psychosozial-Verlag, Gießen 2005, ISBN 3-89806-482-4, S. 97.
  3.  Vulva, Scheide, Vagina auf loveline.de, dem Jugendportal der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
  4.  Jillian Lloyd, Naomi S. Crouch, Catherine L. Minto, Lih-Mei Liao, Sarah M. Creighton: Female genital appearance: 'normality' unfolds. In: BJOG – An International Journal of Obstetrics and Gynaecology.Band 112, Heft 5, 2005, S. 643–646, PMID 15842291 (Volltext als PDF-Datei; 171 kB).
  5.  Kali Holloway: The search for the perfect vagina: Why labiaplasty is suddenly booming. Auf: salon.com vom 22. Februar 2015; abgerufen am 16. Februar 2016.
  6.  Marisa Riley: Laci Green’s "Freaky Labia" Video Encourages Us to Accept Our Vaginas and Move On. Auf: bustle.com vom 21. August 2014; abgerufen am 16. Februar 2016.
  7.  Eva Berendsen: Intimchirurgie – Das genormte Geschlecht.Auf: faz.net (FAZ) vom 15. März 2014; abgerufen am 16. Februar 2016.
  8.  Siobhan Norton: Vaginas have become the new talking point, as the labiaplasty and 'vagacials’ are on the rise. When did vaginas become such a beauty issue? Auf: independent.co.uk (The Independent) vom 21. Januar 2015; abgerufen am 16. Februar 2016.
  9.  G. H. Schuhmacher, G. Aumüller: Topographische Anatomie des Menschen. Urban & Fischer, München/ Jena 2004, ISBN 3-437-41366-X.
  10. ↑ Hochspringen nach:a b Uwe Gille: Harn- und Geschlechtssystem, Apparatus urogenitalis. In: F-V. Salomon, H. Geyer, U. Gille (Hrsg.): Anatomie für die Tiermedizin. Enke, Stuttgart 2004, ISBN 3-8304-1007-7.
  11.  Die Haut gliedert sich in drei wesentliche Schichten: Epidermis (Oberhaut), Dermis (Lederhaut, lat. Corium) und Subcutis (Unterhaut).
  12.  Erwin Kehrer, Rudolf Theodor Edler von Jaschke, W. Stoeckel (Hrsg.): Handbuch der Gynäkologie. Band 5, Hälfte 1: Die Vulva und ihre Erkrankungen. Lage- und Bewegungsanomalien des weiblichen Genitalapparates. 3., völlig neubearbearbeitete und erweiterte Auflage, Bergmann-Verlag, München 1929; Reprint: Springer-Verlag, Berlin/Heidelberg/New York 2013, ISBN 3-642-96015-4, S. 5.
  13.  W. Lierse: Anatomische Bemerkungen und funktionelle Anatomie zum Leistenschmerz. In: W. Overbeck, W. Franz (Hrsg.): Der Leistenschmerz des Sportlers. Differentialdiagnose und Therapie.Springer, Heidelberg/New York 1995, ISBN 978-3-642-79620-3, S. 1–7.
  14.  Gunther Göretzlehner, Christian Lauritzen, Ulf Göretzlehner: Praktische Hormontherapie in der Gynäkologie. de Gruyter, Berlin 2007, ISBN 3-11-019044-3, S. 16.
  15.  Robert L. Dickinson: Human sex anatomy: a topographical hand atlas. 1949; Fascicle 2d edition: R. E. Krieger, Huntington NY 1971, ISBN 0-88275-014-3.
  16. ↑ Hochspringen nach:a b Jillian Lloyd u. a.: Female genital appearance: 'normality' unfolds In: BJOG – An International Journal of Obstetrics and Gynaecology. Band 112, Nr. 5, S. 643–646, doi:10.1111/j.1471-0528.2004.00517.x
  17.  Vgl. Figure 1 in Jillian Lloyd u. a.: Female genital appearance: 'normality' unfolds. In: An International Journal of Obstetrics and Gynaecology. (BJOG) Bd. 112, Nr. 5, S. 643–646.
  18.  Robert Latou Dickinson: Atlas of Human Sex Anatomy. The Williams & Wilkins Company, 1949.
  19.  Love your vulva! She is you! Take pride in your labia. In: courageouscunts.com.
  20.  M. Krause: Modetrend: Schönheitschirurgie im Intimbereich. In: Hebamme. Band 24, Nr. 4, 2011, S. 214, doi:10.1055/s-0031-1299547
  21.  S. Motakef, J. Rodriguez-Feliz, M. T. Chung, M. J. Ingargiola, V. W. Wong, A. Patel: Vaginal labiaplasty: current practices and a simplified classification system for labial protrusion. In: Plast Reconstr Surg. März 2015, Band 135, Nr. 3, S. 774–788.
  22.  Steven P. Davison: Labiaplasty and Labia Minora Reduction. 2008.
  23.  R. Rouzier, C. Louis-Syvestre, B. J. Paniel, B. Haddad: Hypertrophy of the labia minora: experience with 163 reductions. In: American Journal of Obstetrics and Gynaecology. (AJOG) Band 182, Nr. 1, 2000, S. 35–40. (online)
  24. ↑ Hochspringen nach:a b Marion A. Hulverscheidt: Weibliche Genitalverstümmelung. Diskussion und Praxis in der Medizin während des 19. Jahrhunderts im deutschsprachigen Raum. Mabuse-Verlag, Frankfurt am Main 2002, ISBN 3-935964-00-5, S. 82 f.
  25.  Siehe hierzu Heinrich Schnee (Hrsg.): Hottentottenschürze In: Deutsches Kolonial-Lexikon. Band II, Quelle & Meyer, Leipzig 1920, S. 81.
  26. ↑ Hochspringen nach:a b C. Nurka, B. Jones: Labiaplasty, Race and the Colonial Imagination. In: Australian Feminist Studies. Band 28, Nummer 78, 2013, S. 417–442, doi:10.1080/08164649.2013.868332.
  27.  Gérard Badou: Die schwarze Venus. Diana-Verlag, München/ Zürich 2001, ISBN 3-8284-5038-5.
  28.  Hermann Heinrich Ploss, Max Bartels: Das Weib in Natur- und Völkerkunde – Anthropologische Studien. Leipzig 1884.
  29.  Rachan Chaudhary, Sudhir Rathi, Amit Maheshwari, Shipra Nigam: Vulvar Elephantiasis of Filarial Origin: A Case Report. In: Indian Journal of Clinical Practice. Band 24, Nr. 2, Juli 2013, S. 160–162 (Volltext als PDF-Datei)
  30.  Arun Prasath Palanisamy, Kamalakannan Kutuwa Kanakaram, Sivasubramanian Vadivel, Srivenkateswaran Kothandapany: Vulval elephantiasis. In: Indian Dermatol Online J. September – Oktober 2015, Band 6, Nr. 5, S. 371, doi:10.4103/2229-5178.164470PMC 4594409 (freier Volltext).
  31.  Satish Kumar Ranjan, Mini Sinha, Nawal K Jha, D K Sinha, Amrisha Sharan: Giant Vulvar Elephantiasis of Filarial Origin: A Rare Case Report. In: IOSR Journal of Dental and Medical Sciences (IOSR-JDMS). Band 14, Nr. 11, Nov. 2015, S. 38–40 (Volltext als PDF-Datei)
  32.  Tropische Dermatosen; juxtaartikuläre Knoten; Rattenbißkrankheit Handbuch der Haut- und Geschlechtskrankheiten. Deutsche Dermatologische Gesellschaft, Springer-Verlag, Berlin/Heidelberg/New York 2013, ISBN 3-7091-3057-3, S. 514–515
  33. ↑ Hochspringen nach:a b c d e E. Kasten, K. Hoffmann: Female genital esthetics. Comparison of preferences of men and women. In: Journal für Ästhetische Chirurgie, 2018, S. 1–9. doi:10.1007/s12631-018-0123-x
  34.  M. Koster, L. L. Price: Rwandan female genital modification: elongation of the Labia minora and the use of local botanical species. In: Culture, health & sexuality. (Cult Health Sex). Band 10, 2008, PMID 18247211, S. 191–204.
  35.  Guillermo Martínez Pérez, Harriet Namulondo: Elongation of labia minora in Uganda: including Baganda men in a risk reduction education programme. In: Culture, Health & Sexuality. Band 13, Nr. 1, 2011, S. 45–57, doi:10.1080/13691058.2010.518772 (online [PDF]).
  36.  Cosmetic Vaginal Surgery. International Society of Cosmetogynecology
  37.  Arasee Renganathan, Rufus Cartwright, Linda Cardozo: Gynecological cosmetic surgery. In: Expert Rev. Obstet. Gynocol. Band 4, Heft 2, 2009, S. 101–104, doi:10.1586/17474108.4.2.101, abgerufen am 27. Dezember 2013.
  38.  Rudy Leon De Wilde und andere: Stellungnahme der DGGG zur Intimchirurgie. In: DGGG.de. Hrsg. von der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V., 13. Juli 2009, abgerufen am 27. Dezember 2013.
  39.  Weibliche Geschlechtsorgane - Nur keine Scham: Sagt Vulvalippen! - Deutschlandradio
  40.  Eine Petition will das Wort „Schamlippen“ durch „Vulvalippen“ ersetzen - Jetzt.de (Süddeutsche Zeitung)
  41.  Christa Stolle: Immer mehr Intim-Operationen bei Frauen: Der Trend geht zur „Designermöse“. In: TAZ. vom 18. Dezember 2011.
  42.  Josephina Maier, Achim Wüsthof: Schönheit unter der Gürtellinie. In: Die Zeit. 15. Juli 2009.
  43.  Juliane Löffler: Die Korrekturen, Intimchirurgie – Das weibliche Geschlecht liegt auf dem OP-Tisch. Was bedeuten straffe Schamlippen für die Gesellschaft? In: Der Freitag. 20. Juli 2012.
  44.  Large Labia Project
  45.  Das der Adoleszenzphase zugeordnete Alter wird in verschiedenen Kulturen unterschiedlich aufgefasst. In den USA wird die Adoleszenz bei Pubertätsbeginn angesiedelt: beginnend im Alter vom vollendeten 13. bis zum vollendeten 19. Lebensjahr (woraus sich wegen der Wortendungen der englischen Zahlwörter „thirteen“ to „nineteen“ der Begriff Teenager ableitet). In Mitteleuropa versteht man unter der Adoleszenzphase – je nach Entwicklungsstadium – meist den Zeitraum zwischen 16 und 24 Jahren.
  46.  Christein Annemarie Hamori: Aesthetic Labia Minora and Clitoral Hood Reduction Using Extended Central Wedge Resection. In: Plastic & Reconstructive Surgery. Juli 2009, Band 124, Nr. 1, S. 337 doi:10.1097/PRS.0b013e3181a8394d.
  47.  Lih Mei Liao, Sarah M. Creighton: Requests for cosmetic genitoplasty: how should healthcare providers respond? In: BMJ. Band 334, Nr. 7603; British Medical Journal. 26. Mai 2007, S. 1090–1092, doi:10.1136/bmj.39206.422269.BE.
  48.  C. E. Marchitelli, M. C. Sluga, M. Perrotta, R. Testa: Initial experience in a vulvovaginal aesthetic surgery unit within a general gynecology department. In: Journal of Lower Genital Tract Disease. 2010, Band 14, Nr. 4, S. 295-300, PMID 20885155.
  49.  Intimchirurgie: Riskante Operation unter der Gürtellinie. – Spiegel Online (eingesehen am 7. März 2013)
  50.  Sandra Bruessow: Jugendzeitschriften als Ratgeber für Jugendliche am Beispiel der Jugendzeitschrift Bravo. 2007, ISBN 978-3-638-64547-8.
  51.  Vulva-Galerie – schau welche Unterschiede es gibt! – Bravo (abgerufen am 24. November 2010)
  52.  Scheide und Vulva – Bravo (abgerufen am 24. November 2010)
  53.  Schamlippen – immer wieder bekommt das Dr.-Sommer-Team Mails und Briefe von Mädchen, die das Aussehen ihrer Schamlippen nicht normal oder sogar hässlich finden. Deshalb erklären wir hier, wie unterschiedlich Vulven aussehen können. – Bravo (abgerufen am 8. Januar 2012)
  54.  Schamlippen – Was normal ist. Wir erklären und zeigen, wie unterschiedlich innere und äußere Schamlippen aussehen können. – Bravo (abgerufen am 29. Juli 2012)

Das ist keine pornographische Seite. Wenn Sie das erwarten, sind Sie hier fehl am Platz und können weiter im Netz nach lustigen Bildern suchen.

Diese Seite soll ein Blog werden über die Vulva. Dieser Blog richtet sich vorrangig an Frauen, die leider über ihr "bestes Stück" wenig Bescheid wissen. Warum das so ist kann ich Ihnen leider nicht sagen.

Ich selbst bin ein Mann, werde demnächst 63 Jahre und habe schon einiges nicht nur gesehen.

Eine wissenschaftliche Erklärung der Vulva finden Sie natürlich hier: Vulva.

Natürlich kommen wir hier irgendwann auf die Hormone zu sprechen. Ein interessantes Thema für Frauen in oder nach den Wechseljahren. Hier darf ich Sie auf mein Produkt hinweisen mit dem Zusatz MACAMACA wird auch als VIAGRA der Frau bezeichnet.

 

 

 

Das hätten wir erst einmal, hoffentlich ist alles korrekt sichtbar.

Telefonisch stehe ich Ihnen wie folgt zur Verfügung:

Festnetz: 03621/5040155

Mobil:     0176/86025488

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